Ernährung bei bestimmten Erkrankungen und Unverträglichkeiten

Eine bestimmte Krankheitsdiagnose – sei es Diabetes oder Herzkrankheiten – bedeutet nicht, auf gutes Essen verzichten zu müssen. Denn wer die jeweiligen Essensregeln genau kennt, kann sich immer noch abwechslungsreich ernähren.

Diabetiker sollten ihre Energie vor allem aus Kohlenhydraten mit reichlich Ballaststoffen und einem niedrigen glykämischen Index beziehen. Fette und Zucker sollten dagegen nur in Maßen genossen werden. Wichtig ist es für Diabetiker vor allem Übergewicht zu vermeiden.

Das ist auch bei Herzkrankheiten von Bedeutung. Denn bei Übergewicht muss der Herzmuskel mehr arbeiten. Menschen mit Herzkrankheiten sollten außerdem versuchen, mit einer gesunden Ernährung ihre Blutfettwerte und den Blutdruck positiv zu beeinflussen. Auch ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist von großer Bedeutung.

Nicht nur bei Diabetes oder Herzkrankheiten spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Viele Erkrankungen lassen sich durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung beeinflussen oder durch eine spezielle Diät lindern.

Enterale Ernährung

Unter enteraler Ernährung versteht man die Ernährung mittels einer Magen- oder Dünndarm-Sonde.

Der Begriff enteral bedeutet, dass die Ernährung über den normalen Weg, also über den Verdauungstrakt erfolgt, d.h. der Gastrointestinaltrakt übernimmt, genau wie bei oraler Aufnahme von Nahrung, die komplette Verdauung. Der einzige Unterschied zur normalen Ernährung besteht darin, dass der Patient die Nahrung über einen Schlauch am Bauch zugeführt bekommt.

Wann muss auf diese Weise ernährt werden?

Patienten mit Schluckstörungen (z.B. nach Schlaganfall, ALS oder bei Parkinsonerkrankung) benötigen oft eine enterale Ernährung, genauso bewusstlose Personen oder Patienten in einem Koma.

Parenterale Ernährung

Unter parenteraler Ernährung versteht man die direkte Infusion von Nährstofflösungen in den Blutkreislauf.

Der Zugang ist dabei zentralvenös, d. h. über eine große Körpervene.

Warum kann man nicht über eine Vene z.B. im Arm ernähren?

Kleine Venen, wie sie im Arm vorliegen, funktionieren nicht, weil es hier schnell zu Venenentzündung und Thrombose kommen kann.

Welche Art von Nährstofflösungen werden verwendet?

Im Gegensatz zu enteralen Ernährungslösungen müssen bei der parenteralen Ernährung die Nahrungsbestandteile aufgeschlossen (Glucoselösungen, Elektrolyte, Aminosäuregemische, Fettemulsionen und Vitamine- sowie Spurenelemente) vorliegen, da keine Verdauung im Darm erfolgt.

Welche Patienten müssen parenteral ernährt werden?

Es gibt viele Krankheitsprozesse, die eine parenterale Ernährung notwendig werden lassen können, z. B.

  • Transportstörungen (Darmverschluss, Tumore, z. B. Speiseröhrenkrebs)
  • Entzündungen (Pankreatitis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Kurzdarmsyndrom
  • Kritisches Untergewicht
  • Extreme Übelkeit/Erbrechen, z.B. während einer Chemotherapie